Apple iBeacon – Neues Leitsystem erleichtert uns die Suche

Im Jahre 2014 läuft man durch riesige Shopping Malls mit tausenden von lockenden Geschäften, hat mehrere Restaurants zur Auswahl und muss lauter Entscheidungen treffen. In dieser Welt von Angebots-Flyern und Menschen in lustigen Kostümen, die auf sich Aufmerksam machen, dass hier das Würstchen heute nur 2€ kostet, in dieser Welt kommt der Gigant Apple mit einer neuen bahnbrechenden Idee.

Im letzten Jahr stellte Apple im Rahmen der ersten Vorführungen von iOS 7 eine neue Bluetooth-Anwendung zur Innenraumlokalisierung vor, dem iBeacon. „Beacon“ bedeutet soviel wie „orten“ oder „leiten“ und auch „Leuchtfeuer“. Das iBeacon ermöglicht positionsabhängige Dienstleistungen wie Innenraumnavigation und mobiles Bezahlen durch ortsspezifische Push-Up-Nachrichten ohne weitere Dienste wie GPS oder eine Mobilfunkverbindung zu benötigen.

Somit müssen Kunden nicht direkt an der Kasse bezahlen und Restaurantbesitzer könnten vorbeigehenden Passanten Mitteilungen zu speziellen Angeboten direkt auf das Handy pushen. Ausstellungsbesucher könnten zusätzliche Informationen zu Künstler und Werk erhalten, wenn diese vor einem bestimmten Bild stehen. In Verbindung mit Passbook sind auch der Kauf von Event-Tickets oder die Nutzung von Kunden- oder Rabattkarten denkbar. In vielerlei Hinsicht geben uns die iBeacons mehr Freiheit wieder. Freiheit in Form von Zeit. Kein Suchen mehr nach Angeboten. Kein Warten an der Kasse. Kein verpassen der Lieblingsband weil das Ticket schon im Handy parat liegt. Die Frage, die man sich stellt: Will man das? Will man wissen das die Marmelade im Gang weiter 1€ günstiger ist? Will man andauernd Werbenachrichten bekommen? Ist der persönliche Kontakt nicht wichtiger und die Beratung vom Fachpersonal angenehmer? Will man sich dieser Informations- und Werbeüberflutung aussetzen? Um diesen Push-Up-Storm zu entgehen kann man sein Handy ausgeschaltet lassen, Mitteilungen werden nur angezeigt wenn der Nutzer sein Handy bewusst einschaltet. Dann allerdings reicht es aus, wenn die iBeacon-nutzende App im Hintergrund läuft, von wo aus Bluetooth-Signale verarbeitet werden können.

Die Funktechnik-Anwendung iBeacon basiert auf Bluetooth Low Energy (BLE; auch Bluetooth Smart Ready genannt), einem speziellen energiesparendem Modus von Bluetooth 4.0. Kleine elektronische Sender, können in Innenräumen verteilt werden und senden eineindeutige Identifikationsnummern. BLE-fähige Smartphones wie iPhones ab Version 4S empfangen diese Signale, sobald sie in deren Reichweite gelangen, bis zu 30 Metern. Das iBeacon kann kann einerseits Inhalte und Informationen verarbeiten aber auch anderseits die Stärke des Signals also die Entfernung zur Information weiterleiten.

Das iBeacon stellt so eine Alternative zur Near Field Communication (NFC) dar, die von anderen Smartphone-Herstellern verwendet wird. Harald A. Summa, Geschäftsführer des eco – Verband der Internetwirtschaft, schreibt dem Bluetooth-Low-Energy-Standard das Potenzial zu, zum NFC-Killer zu werden, weil er eine größere Reichweite habe: BLE hat eine Reichweite von bis zu 30 Metern, NFC von maximal 20 Zentimetern. Somit müsste man mit einem NFC-Handy in einem Kaufhaus zum Bezahlen ganz nah an die Kasse herangehen, während Nutzer eines iPhone oder iPad mit iOS 7 in einem größeren Umkreis im Geschäft ihre Waren bezahlen können. Für Händler würde die Ausrüstung eines mittelgroßen Kaufhauses mit NFC rund 100.000 Euro kosten, die Ausstattung mit BLE dagegen nur rund 5.000 Euro, weil aufgrund der größeren Reichweite viel weniger Funkstationen benötigt werden, rechnet der eco-Verband vor. Klingt alles rentabel und aus wirtschaftlicher Sicht sehr optimiert.

Die Datenschützer liegen aber auch hier direkt auf der lauer, doch es wird versichert, dass die verteilten Beacons lediglich Sendestationen sind und rückwärts keinerlei Daten von verbundenen Geräten empfangen können. Noch gibt es praktisch keine iBeacon-Anwendungen auch wenn erste Sendemodule von Herstellern wie Estimote angeboten werden. Tendiert die Gesellschaft immer mehr in Richtung Schnelllebigkeit und Informationsdurst oder bleiben die kleinen iBeacons nur eine süsse Zukunftsmelodie? Wir bleiben gespannt.